Colegio Maya
Unser Hilfsprojekt in Guatemala / Cantel - im Department Quetzaltenango
In der guatemaltekischen Stadt Cantel wird die Arbeit der privaten Grund- und Mittelschule
Colegio Maya gefördert. Ursprünglich als Einrichtung der örtlichen katholischen Pfarrei errichtet, wird die Schule heute durch einen von Eltern und Lehrerinnen und Lehrern gegründeten Verein selbstverwaltet. Dort erhalten Kinder und Jugendliche aus den ärmsten Familien die Chance auf Bildung und Entwicklung ihrer Persönlichkeit.
Projekt S1706 (2018 bis heute)
Projektverantwortliche:
Angelika Hipp (Deutschland) / Dr. Andreas Uhl (Deutschland)
Walburga (Wally) Rupflin-Alvarado (Guatemala)
Stand Juli 2026
Das Colegio Maya wird von zwei Vereinen in Deutschland und Guatemala getragen, die über ihre vielseitige und erfolgreiche Arbeit ausführlich informieren auf ihrer Website
Die private Grund- und Mittelschule im Hochland von Guatemala wird maßgeblich von zwei Vereinen getragen. Sie verbinden einen große Anzahl an Unterstützerinnen und Unterstützern in Deutschland mit den Aktiven vor Ort in Guatemala. Dr. Andreas Uhl ist Vorsitzender des deutschen Vereins „Itzamna - Hilfe für Guatemala e.V.“. Sein Engagement wurzelt wie bei vielen Vereinsmitgliedern in der kirchlichen Jugendarbeit.
Hauptkontaktperson in Cantel und beim dortigen Verein „Le K`at“ (deutsch: Das Netz) ist die deutschstämmige Lehrerin Walburga (Wally) Rupflin-Alvarado, die maßgeblich an der Entwicklung des Bildungsprojekts beteiligt ist. Als junge Frau folgte Walburga einer Einladung von Pfarrer Siegfried Fleiner, früher Kaplan in Lindau/Bodensee, der seit den sechziger Jahren in Zunil, einem Nachbarort von Cantel, als Seelsorger wirkte. Bald darauf heiratete die Lehrerin für Biologie und Chemie den Arzt Miguel Alvarado aus Cantel, einen Maya. Mit Mit großem persönlichem Engagement setzt sie sich bis heute für das Schulprojekt, das von einheimischen Lehrern des Maya-Volkes geleitet wird.
Beide Vereine informieren seit vielen Jahren mit Rundbriefen und ihrer Website
http://www.itzamna.info ausführlich über ihre vielseitige und erfolgreiche Unterstützungsarbeit, zu der wesentlich das
Colegio Maya gehört.
Zur schulischen Situation in Guatemala schreibt die Lehrerin Walburga Rupflin-Alvarado:
Anders als in den öffentlichen Schulen, die besonders im ländlichen Raum dem Anspruch der Schulgesetze nur wenig gerecht werden, wird im Colegio Mayo auf eine umfassende Bildung großen Wert gelegt. Neben dem ordentlichen, staatlich vorgegebenen Fächerkanon wird die Mayasprache K’iché unterrichtet. Darüber hinaus will man auf die allgemeine Entwicklung der Persönlichkeit achten. Daher werden die Eltern aktiv in die Schule mit eingebunden. Die Kinder sollen so gefördert werden, dass eine Kultur des respektvollen, friedlichen Umgangs miteinander und mit der Schöpfung selbstverständlich wird. Die Ideen der Reformpädagogin Maria Montessori bilden eine Richtschnur. Ziel ist es, die Lust der Kinder am Lernen zu fördern.
Wir hoffen, dass die Mehrzahl derjenigen, die unsere Schule verlassen, diese Lust behält.
Das Colegio Maya ist seit seiner Gründung 1978 stetig gewachsen und bietet mittlerweile im Vormittags- und Nachmittagsunterricht insgesamt über 250 Schülerinnen und Schülern in 12 Klassen eine qualitativ hochwertige Bildung. Für Schülerinnen und Schüler aus armen Familien besteht die Möglichkeit, über Stipendien von den Schulgebühren befreit zu werden sowie finanzielle Unterstützung für Schulmaterialien und Bücher zu erhalten.
Die Lehrerinnen und Lehrer nehmen sich sehr viel Zeit, die Kinder zu beobachten und sie individuell zu betreuen und zu fördern.
Ausgabe der Abschlusszeugnisse zum Ende eines Schuljahres (Oktober 2022).
Mehrere Schülerinnen und Schüler haben die Oberschule erreicht und Abitur gemacht. Manchen ermöglichen die beiden Vereine ein kleines Stipendium, damit sie studieren können.

Über die heutige Situation berichtet uns Walburga Rupflin-Alvarado:
(Mehr Informationen im aktuellen Rundbrief https://itzamna.info/rundbriefe/)
Cantel, April 2026
Liebe Freundinnen und Freunde,
dank Ihrer Spenden können wir den Schülerinnen und Schülern nicht nur den „normalen“ Unterricht mit Noten und Leistung anbieten, sondern auch freie Kurse, bei denen sie andere Fähigkeiten zeigen und erlernen können. Dazu gehören die freiwilligen Sportkurse Fußball und Basketball, Bastel- und Kochkurse, die Marimbakurse für alle Klassen und die Schulband.
Die Schulband nimmt bei den in Guatemala beliebten Umzügen bei Stadt- und Pfarrfesten, Straßeneinweihungen und Sportveranstaltungen teil. Die Verantwortung für die Schulband hat der Sportlehrer, Selvin Tzul, gemeinsam mit zwei Vätern, denen diese Aktivität eine Herzensangelegenheit ist.
Beatriz Alvarado, die Klassenlehrerin der 1. Klasse hat bemerkt, dass es den Kindern schwerfällt, mit Bleistift und Kuli das Schreiben zu lernen. Deshalb hat sie kleine weiße Tafeln eingeführt, auf denen sie mit dicken Filzstiften schreiben. Die Kinder waren begeistert davon. Hergestellt wurden sie von einem Kollegen, Jaime Valdez, Lehrer der 5. Klasse, der im Nebenberuf Schreiner ist.
Im letzten Jahr zeigte sich, dass den Kindern das Arbeiten mit Ton sehr viel Spaß macht. Gemeinsam mit einer Künstlerin haben die Kinder einfache Techniken erlernt. Und in der Töpfergenossenschaft, bei der der Ton gekauft wird, können die Werke gebrannt werden, sodass die Kinder etwas in Händen halten können.
Besonders ermutigend ist, dass zwei der langjährigen Lehrerinnen schon seit Längerem den Wunsch haben, mehr Verantwortung zu übernehmen, und nun die Mitgliedschaft im Verein Le K‘at beantragt haben. Das zeigt, wie sehr sie sich mit unserer Arbeit verbunden fühlen und bereit sind, die Zukunft aktiv mitzugestalten.
Wir danken nochmal für die wunderbare Unterstützung und vertrauen darauf, dass Sie sich auch weiterhin gemeinsam mit uns für die Kinder stark machen.
Wally Rupflin-Alvarado
In der Grund- und Mittelschule beobachten die Lehrkräfte die Entwicklung der Kinder aufmerksam, achten auf ihre allgemeine Entwicklung und fördern sie individuell.
Mit Hilfe von didaktischem Material sollen die Kinder so viel wie möglich ihre Lerndynamik mitbestimmen und ohne Angst vor Misserfolg lernen.
Ein Beispiel: Dank des Materials aus der Montessori-Didaktik fürchtet in der Grundschule kaum ein Kind die Rechenaufgaben nicht lösen zu können. Für den Mathematikunterricht haben wir Material herstellen lassen, mit dem das Konzept des Bruchrechnens visuell verstanden und begriffen wird.
Über eine großzügige Spende konnten viele gebrauchte Laptops gewonnen werden, so dass die Oberstufenschülerinnen und -schüler die für ihre Zukunft wichtigen Kenntnisse im Umgang mit PC und Internet lernen können.

Dank Spenden und Fördergeldern konnte das Colegio Maya eine große Bibliothek aufbauen. So haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Bücher auszuleihen und zu Hause zu lesen. Leider verfügen nur die wenigsten Haushalte in Guatemala über eine ausgeprägte Lesekultur, da Bücher teuer sind und es sie auch nicht überall zu kaufen gibt.
Aus diesem Grund ist die Bibliothek umso wichtiger und unter den Kindern und Jugendlichen auch sehr beliebt. Durch das Lesen von Büchern ihrer Altersklasse erweitern sie ihren Wortschatz und stärken ihre kognitiven Fähigkeiten.
Neben Literatur und Nachschlagewerken bietet die Bibliothek auch Brett- und Kartenspiele an, welche sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen.
Der Schulgarten dient dazu, dass die Kinder und Jugendlichen ihr eigenes Gemüse sowie Kräuter anbauen und diese gemeinsam zubereiten.
Das geerntete Gemüse wird gemeinsam verzehrt.




Neben den klassischen Unterrichtsfächern
wird ein besonderes Augenmerk gelegt auf
künstlerische Aktivitäten wie Zeichnen, Malen, Arbeiten mit Ton, Basteln, Handwerken und Musik.





Besonders gefördert wird auch das Erlernen einer guten und friedlichen Kommunikation, bei der die Schülerinnen und Schüler ihre Gefühle zum Ausdruck bringen. Hierfür wurden von den Lehrerinnen und Lehrern extra die „Redestunden“ in den Klassen eingerichtet, welche genutzt werden, um über Konflikte innerhalb der Gruppe zu sprechen und diese gemeinsam zu lösen.
Das ist sehr wichtig, denn die jahrhundertelange Diskriminierung und Gewalt, dem die indigene und arme Bevölkerung in Guatemala ausgesetzt war und noch ist, bleibt nicht ohne Folgen. Konflikte in der Gesellschaft wirken auch auf die Kinder, und sie übernehmen die (Vor-)Urteile ihrer Eltern. Dies kann zu Ausgrenzungen, Agressionen oder Diskriminierungen führen.
Es gibt viel Angst, über Konflikte miteinander zu reden und sie friedlich im Gespräch auszutragen.
Mit Unterstützung durch die Lehrkräfte lernen die Schülerinnen und Schüler des Colegio Maya eine friedliche Konfliktlösung.
Dass zu den freiwilligen Bastel-, Koch-, Marimba- und sonstigen Kursen die beliebten Sportkurse Fußball und Basketball kostenlos angeboten werden, begrüßen die Eltern wie die Schülerinnen und Schüler gleichermaßen.

Das Colegio Maya besteht aus drei Schulzweigen:
- Vorschule-Parvulos: (2 Klassenstufen, 5- und 6-jährige Kinder)
- Grundschule-Primaria: (6 Klassenstufen, 7- bis 13-jährige Kinder)
- Mittelschule-Básico: (3 Klassenstufen, 12- bis 16-jährige Jugendliche)
Die Klassen haben Klassenstärken mit jeweils 20 bis 25 Kindern bzw. Jugendlichen.
Im Jahr 2024 besuchten 251 Schülerinnen und Schüler das Colegio Maya.
Insgesamt beschäftigt die Schule 20 Mitarbeitende, die Schulleitung inbegriffen.
35 Schülerinnen und Schüler aus armen Familien bekommen finanzielle Hilfe für Schulmaterial und Bücher, manche auch Lebensmittelpakete.
Mit großer Freude
wird jedes Jahr das
Muttertagsfest gefeiert -
mit Spielen für die Mütter!

Angelika Hipp, 14.07.2026




